Umweltfreundliche Fernwärme für 25.000 Wiener Haushalte

Wien Energie errichtet am Kraftwerksstandort Simmering die größte und leistungsstärkste Großwärmepumpe Mitteleuropas und setzt damit neue Maßstäbe für die Wärmeerzeugung in Wien: Die Hochtemperatur-Großwärmepumpe wird bislang nicht nutzbare Abwärme der Kraftwerksanlagen in Simmering direkt in Fernwärme umwandeln. „Die neue Großwärmepumpe ist ein europäisches Vorzeigeprojekt für hochmoderne, umweltfreundliche Wärmeversorgung. Diese leistungsstarke Anlage wird zukünftig 25.000 Wiener Haushalte sicher und zuverlässig mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgen können und dabei 40.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen“, so Ulli Sima, Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke, anlässlich des Spatenstichs am 27. November Montag. Die offizielle Inbetriebnahme der Anlage ist für Ende 2018 geplant. Insgesamt investiert Wien Energie in den nächsten Jahren 460 Millionen Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien.

„Dezentrale Wärmepumpen, die einzelne Gebäude versorgen, sind bereits weit verbreitet, der Markt für Großwärmepumpen steckt hierzulande jedoch noch in den Anfängen. Wir als Wien Energie setzen schon heute auf diese zukunftsweisende Technologie, um die Abwärme unserer Kraftwerke gezielt und effizient zu nutzen“, erklärt Karl Gruber, technischer Geschäftsführer von Wien Energie. „Wie eine Herzschlagader sorgt die Anlage für einen effizienten Kreislauf, der Wärme in die Wiener Haushalte pumpt – und das mit der sehr hohen thermischen Leistung von 27 Megawatt.“

Umgekehrter Kühlschrank: So funktioniert die Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe funktioniert nach demselben Prinzip wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt. Beim Kühlschrank entsteht Abwärme durch den Kühlprozess, bei der Wärmepumpe ist diese Abwärme das gewünschte Endprodukt. Als Wärmequelle wird bei der Großwärmepumpe in Simmering das Kühlwasser der Kraftwerksanlagen genutzt, in die die nicht mehr nutzbare Wärme aus den Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen abgeleitet wird.

Die Großwärmepumpe besteht aus zwei baugleichen Wärmepumpen mit jeweils einem in sich geschlossenen Kältemittelkreislauf. Dieses Kältemittel nimmt die Umgebungswärme über einen Wärmetauscher auf und wird durch einen mit Strom betriebenem Kompressor verdichtet und erwärmt. Schließlich wird das Kältemittel wieder verflüssigt und die dabei entstehende Abwärme an das Fernwärmewasser abgegeben.

Fernwärme: Nachhaltige Lösungen durch innovative Projekte

Am Gelände des Kraftwerks Simmering, wo die Großwärmepumpe jetzt gebaut wird, steht auch der weltweit erste Hochdruck-Wärmespeicher. Dieser Wärmespeicher wurde 2013 in Betrieb genommen und ermöglicht, Wärme genau dann zu verbrauchen, wenn sie benötigt wird – zeitlich unabhängig zur Erzeugung. Wärme in Form von 11.000 Kubikmeter Wasser wird in zwei riesigen Tanks gespeichert und versorgt bei Bedarf bis zu 20.000 Haushalte mit Fernwärme.

Erst vor kurzem hat Wien Energie außerdem eine der ersten Power-to-Heat-Anlagen Österreichs in Betrieb genommen. Der überdimensionale „Wasserkocher“ in der Leopoldau arbeitet mit Überschuss-Strom und wandelt diesen in Wärme um, die direkt in das Wiener Fernwärmenetz eingespeist werden kann. Dadurch kann bisher ungenutzter Strom aus erneuerbaren Energiequellen effizient ins Energiesystem integriert werden.

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