5 Fragen an… Richi Wagner zum Umweltzeichen Green Producing

In der Rubrik „5 Fragen an…“ erklären unsere Umweltberater*innen und Expert*innen, worum es bei unseren Angeboten geht und für welche Unternehmen sie geeignet sind. In dieser Ausgabe spricht Richi Wagner von DASSELBEINGRUEN über das Umweltzeichen Green Producing.

1) Wer bist du und was machst du bei DASSELBEINGRUEN – Green Consulting?

Richi Wagner, Gründer und Inhaber der Unternehmensberatung im Umweltmanagement DASSELBEINGRUEN e.U. Ich berate Filmproduktionen, egal welchen Formats, auf dem Weg zu einer umweltschonenden und nachhaltigen Produktionsweise. Ich bringe drei Jahrzehnte Erfahrung als Kameramann und somit ein ausgeprägtes technisches sowie künstlerisches Verständnis zu jeder Beratung ins Filmproduktionsbüro und an die jeweiligen Drehorte mit.

2) Was ist das Umweltzeichen Green Producing und warum sollten Betriebe daran teilnehmen?

Das Umweltzeichen „Green Producing in Film und Fernsehen“ wird für einzelne spezifische Filmproduktionen vergeben, die vollinhaltlich den Kriterien der Richtlinie UZ76 entsprechen, bestätigt durch ein Gutachten einer qualifizierten Prüferin oder Prüfers. Ausgezeichnete Betriebe beweisen damit, dass sie auf umweltverträgliche Alternativen zurückgegriffen und ein hohes Maß an energie- und ressourcensparenden Effekten bei der Herstellung erzielt haben. Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und ökologisches Wirtschaften ist beim Publikum, egal ob im Kinosaal oder im „Patschenkino“, angekommen. Wenn dies nicht Antrieb genug ist, dann wartet zusätzlich z.B. beim Förderprogramm „FISAplus – Filmstandort Austria“ ein 5% Grüner Bonus zur Fördersumme bei Zertifizierung mit dem Österreichischen Umweltzeichen UZ76.

3) Für welche Unternehmen ist das Beratungsangebot geeignet? Welche Anforderungen sind zu erfüllen?

Das Beratungsangebot ist für alle Filmproduktionsunternehmen egal welcher Größe geeignet. Neben der Einhaltung grundsätzlicher gesetzlicher Bestimmungen gibt es nur die Anforderung, sich als Unternehmen den Kriterien der Richtlinie UZ76 zu widmen und diese am Firmenstandort und bei der Produktion eines spezifischen Projekts erfolgreich umzusetzen.

4) Welche Vorteile ergeben sich für Unternehmen durch die Beratung? Gibt es ein besonders gelungenes Beispiel aus der Praxis?

Bei der ersten Beratung und der angestrebten Zertifizierung mit dem Österreichischen Umweltzeichen UZ76 wird eine Mitarbeiterin oder Mitarbeiter des Filmproduktionsunternehmens eingeschult, bei der Umsetzung der Richtlinie firmenintern tatkräftig mitzuwirken und diese auch voranzutreiben.

Je nach Größe der spezifischen Filmproduktion ergibt sich durch die Beratung der Vorteil, dass auf die Anforderungen der jeweiligen Produktionen individuell eingegangen werden kann, jede Geschichte, die erzählt werden will, bringt neue Herausforderungen, egal ob bei der Mobilität, dem Energiebedarf bis zu den Ressourcen beim Dekorationsbau.

Ich stelle mich gern der Herausforderung, bei länderübergreifenden Ko-Produktionen beratend tätig zu werden, wenn die Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens UZ76 auch bei Dreharbeiten im Ausland erfüllt werden müssen, gepaart mit länderspezifischen Anforderungen, die nicht deckungsgleich sind. Dies durfte ich bereits mehrfach bei z.B. österreichisch-deutschen Ko-Produktionen umsetzen, als gelungene Beispiele.

5) Welche Trends und Entwicklungen beobachtest du aktuell in der Filmbranche im Hinblick auf nachhaltige Produktionen?

Im fiktionalen Bereich ist Green Producing in der Filmbranche fest verankert. Ich beobachte aber, dass bei Filmproduktionsunternehmen, die Werbefilme und auch Produkt- oder Imagevideos produzieren, das Interesse steigt, ihre Produktionsweise ebenfalls nachhaltiger zu gestalten, einerseits weil die Auftraggeberinnen darauf bestehen und andererseits, weil sie es bereits mit in ihr Angebot aufgenommen haben, um potentielle Kundinnen zu gewinnen.