Re:Wien Startup Erfolgsstory: Khoch3 KlimaKarten

Im Dezember ist Khoch3 KlimaKarten unsere Re:Wien-Erfolgsgeschichte. Das Startup aus dem Re:Wien Programm von OekoBusiness Wien und dem Impact Hub Vienna verbindet Klimadaten, soziale Aspekte und kommunale Planung zu einer digitalen Arbeitsgrundlage für Verwaltungen.

Wer steht hinter Khoch3 KlimaKarten und was macht ihr?

Hinter Khoch3 KlimaKarten steht ein interdisziplinäres Team aus Raumplanung, Geografie, Klimaanpassung, Datenanalyse und Softwareentwicklung. Uns verbindet die Frage, wie Kommunen Klimarisiken nicht nur besser verstehen, sondern auch strukturiert in Planung, Finanzierung und Umsetzung bringen können. Dafür entwickeln wir spezialisierte Planungssoftware für Klimaanpassung in Gemeinden, die fachliche Tiefe mit einer klaren, praxisnahen Nutzerführung verbindet. Aktuell arbeiten wir vor allem mit Partnern in Nordrhein-Westfalen und Österreich, von dort aus wollen wir skalierbare Lösungen für viele weitere Regionen aufbauen.

Was beinhalten eure KlimaKarten und wo werden sie eingesetzt?

Unsere KlimaKarten sind mehr als klassische Karten. Sie verknüpfen Klimarisiken wie Hitze, Starkregen oder Überflutung mit sozialer Verwundbarkeit, Infrastruktur, Flächennutzung und bestehenden Planungen und machen daraus interaktive Oberflächen für Entscheidungen. Verwaltungen können damit Betroffenheit analysieren, Maßnahmenräume identifizieren, Varianten vergleichen und sehen, welche Zielgruppen oder Einrichtungen besonders profitieren. Die KlimaKarten sind in eine Planungssoftware eingebettet, die Arbeitsschritte dokumentiert, Priorisierungen unterstützt und Ergebnisse exportierbar macht, etwa für politische Vorlagen oder Förderanträge. Eingesetzt werden sie in Gemeinden, Städten und Modellregionen, zunächst in NRW und Österreich, perspektivisch aber auch in weiteren Bundesländern.

Wie entstand die Idee für das Startup und was ist eure Vision?

Die Idee ist aus der Praxis mit Verwaltungen entstanden. Immer wieder wurden große Mengen an Klimadaten erstellt, doch im Alltag fehlte eine gemeinsame, verständliche Arbeitsgrundlage, die Fachämter, Politik und externe Büros wirklich zusammenbringt. Wir haben gesehen, dass Klimaanpassung oft projektweise gedacht wird, während die Herausforderungen langfristig, querschnittsorientiert und organisatorisch anspruchsvoll sind. Unsere Vision ist eine Planungssoftware, die Klimaanpassung zu einem kontinuierlichen, gut dokumentierten Prozess macht. Von der Risikoanalyse über die Maßnahmenplanung und Fördermittelstrategie bis hin zu Monitoring und Berichterstattung. Regionen sollen damit handlungsfähiger werden, schneller entscheiden können und Klimaanpassung als selbstverständlichen Teil ihrer Entwicklungsplanung etablieren.

Was ist euer bisher größter Erfolg?

Unser größter Erfolg ist, dass unsere Lösungen in der Praxis ankommen: Regionen geben uns ehrliches Feedback und entwickeln die Lösungen gemeinsam mit uns weiter. Gleichzeitig freuen wir uns über die externe Bestätigung durch Auszeichnungen wie den Gewinn des Social Impact Award in Österreich und des ZEBRA Accelerators im Brainergy Park in Jülich, NRW. Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist, dass ab dem kommenden Jahr ein mehrjähriges Förderprojekt in NRW startet, in dem wir unsere Planungssoftware gemeinsam mit Pilotpartnern entwickeln und im Verwaltungsalltag pilotieren.

Wie geht ihr mit Herausforderungen um? Welche Learnings konntet ihr davon mitnehmen?

Klimaanpassung ist fachlich komplex, politisch sensibel und organisatorisch anspruchsvoll. Entsprechend vielfältig sind die Herausforderungen, von Datenverfügbarkeit über Vergabefragen bis hin zu begrenzten Kapazitäten in den Verwaltungen. Unser wichtigstes Learning ist, sehr früh mit den späteren Nutzer*innen zu sprechen und Software als gemeinsamen Lernprozess zu verstehen. Wir testen Funktionen mit Pilotkommunen, reduzieren bewusst Komplexität, wo sie nicht nötig ist, und bauen lieber robuste Standardbausteine als einmalige Sonderlösungen. Jede Hürde zeigt uns, wo wir in der Nutzerführung, der Dokumentation oder der Integration mit bestehenden Prozessen noch klarer werden müssen.

Wie sehen eure nächsten Ziele aus? Wie soll es für Khoch3 KlimaKarten weitergehen?

Kurzfristig wollen wir in Österreich mit weiteren Pilotregionen zusammenarbeiten und unsere Lösungen gemeinsam mit den Akteur*innen vor Ort weiterentwickeln. Parallel dazu arbeiten wir daran, die Prototypentwicklung in NRW erfolgreich abzuschließen und die dort erprobten Module anschließend in weitere Regionen zu übertragen.

Mittelfristig möchten wir eine Plattform etablieren, auf der Regionen Klimaanpassung wiederverwendbar und vergleichbar planen können, ohne jedes Mal bei Null zu starten. Langfristig sehen wir unsere Software als eine zentrale Infrastruktur für datenbasierte Klimaanpassung im DACH-Raum und darüber hinaus.

Was würdet ihr euch in Zukunft von der Stadt Wien, Betrieben und der Wirtschaft wünschen?

Von der Stadt Wien wünschen wir uns Offenheit für Pilotprojekte, in denen digitale Planungswerkzeuge für Klimaanpassung in realen Quartieren, Sozialräumen und Infrastrukturen getestet werden. Wichtig wäre, Daten aus Verwaltung, Forschung und Betrieben so aufzubereiten, dass sie verantwortungsvoll, aber praxisnah in Planungsprozesse einfließen können. Von Betrieben und der Wirtschaft wünschen wir uns, Klimaanpassung nicht nur als Risiko, sondern auch als Gestaltungsaufgabe zu sehen und gemeinsam mit Städten und Startups neue Formen der Kooperation zu erproben. Je stärker Verwaltung, Unternehmen, Forschung und Zivilgesellschaft hier zusammenarbeiten, desto wirksamer und gerechter werden die Lösungen, die am Ende auf der Straße und in den Quartieren ankommen.