5 Fragen an… Erwin Bernsteiner zum Umweltzeichen Tourismus
/in News /In der Rubrik „5 Fragen an…“ erklären unsere Umweltberater*innen und Expert*innen, worum es bei unseren Angeboten geht und für welche Unternehmen sie geeignet sind. In dieser Ausgabe spricht Erwin Bernsteiner vom Büro für Umweltfragen über das Umweltzeichen Tourismus.
1) Wer bist du und was machst du beim Büro für Umweltfragen?
Seit 1998 bin ich Inhaber des Ingenieurbüros für Umweltfragen und berate seit einigen Jahren gemeinsam mit meinem Sohn und Mitarbeiter Sebastian Bernsteiner Unternehmen und andere Organisationen zu verschiedenen Umweltbelangen (Abfallwirtschaft, Verpackungsverordnung, Behördenverfahren). Ein Schwerpunkt ist die Beratung und Begleitung zum Umweltzeichen Tourismus in all seinen Varianten, wie Beherbergung, Camping, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Kultur- und Theaterbetriebe. Mit den Jahren werden es wohl schon an die 150 Betriebe in Österreich sein.
2) Was steckt hinter dem Umweltzeichen Tourismus und welchen Nutzen haben Betriebe von einer Zertifizierung?
Die Verbindung von Umwelt und Wirtschaft ist für mich die treibende Kraft. Unsere Kunden profitieren über die Verbrauchs- und Kostenanalyse samt Kennzahlen oft enorm von den sich daraus ergebenden Einsparpotenzialen bei Wasser, Energie, Abfall und Chemie. Weitere Nutzen ergeben sich oft aus der Betrachtung des Gesamtbetriebes und nach der Zertifizierung mit dem Österreichischen Umweltzeichen als staatlich garantiertes Nachhaltigkeitssiegel im Auftritt zu den Kunden und zur Öffentlichkeit. Dieser Wert wird teilweise noch unterschätzt.
3) Welche Unternehmen können davon profitieren und welche Voraussetzungen sollten sie mitbringen?
Aus unseren Erfahrungen profitieren wirklich alle Unternehmen und Organisationen, die sich auf den Umweltzeichen-Prozess einlassen. Voraussetzungen sind die Neugier für ganz viele unterschiedliche Themen im Unternehmen (Mobilität, Lebensmittel, Reinigung, Soziales, …) und die Bereitschaft, auch eine gewisse eigene Zeit für die Vorbereitungen der Zertifizierung bereitzustellen
4) Wie läuft die Beratung in der Praxis ab? (Gibt es ein besonders gelungenes Beispiel?)
Dazu vielleicht die klassische Vorgehensweise für ein Hotel:
- Erstellung einer Leistungsübersicht und Angebot samt Fördermöglichkeit
- Abfrage Unterlagen für die Kennzahlenbildung
- Auswertung und Kennzahlenübersicht
- Besprechung und Besichtigung des Betriebes samt Übernachtung
- Aufnahme aller wesentlichen Daten und Informationen sowie Fotodokumentation
- Befüllung der Onlinedatenbank und Übersicht zu offenen Punkten
- Schlussbesprechung und Einreichung zur Prüfung
5) Welche Entwicklungen und Trends siehst du derzeit im nachhaltigen Tourismus?
In der VisionT – der Tourismusstrategie für Österreich des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus ist ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit und ein Erreichen von 1.500 zertifizierten Tourismusbetrieben mit dem Österreichischen Umweltzeichen bis 2025 festgeschrieben.
Die Finanzwirtschaft, die EmpCo Richtlinie und die anstehenden Klimawandelanpassungen werden aus meiner Sicht weitere Treiber, auch für staatliche Umweltzertifikate, sein.



