Sima: 20 Jahre OekoBusiness Wien

Top-Bilanz für umweltschonendes Wirtschaften in der Stadt! Das Umweltserviceprogramm der Stadt für Betriebe, OekoBusiness Wien, zieht auch dieses Jahr erfolgreich Bilanz.Zum 20. Jubiläum können neben weiteren Einsparungen beim Ressourcenverbrauch sowie bei CO2-Ausstoß und Abfällen wichtige Impulse für eine immer nachhaltigere Unternehmenslandschaft gefeiert werden.

  • Ressourcenschonung und Abfallvermeidung bringen 155 Mio. Euro Betriebskosteneinsparung bei 1.229 Betrieben
  • Neue Beratungsschwerpunkte im Bereich Lebensmittel
  • Programme auch für UnternehmensgründerInnen

„Als wir das Programm 1998 ins Leben gerufen haben, war Umweltschutz für viele Unternehmen noch ein Fremdwort. Heute ist er wichtiger Teil des Unternehmenserfolgs, denn die OekoBusiness Betriebe schonen die Umwelt und steigern gleichzeitig durch Betriebskosteneinsparungen die eigene Wettbewerbsfähigkeit“, so Umweltstadträtin Ulli Sima. „Darum entwickeln wir OekoBusiness Wien laufend weiter, schaffen neue Anreize und sprechen neue Zielgruppen, beispielsweise JungunternehmerInnen, an.“ Damit bezieht sich Sima auf das vor drei Jahren ins Leben gerufene Programm „RE:WIEN“. Dabei werden UnternehmensgründerInnen unterstützt, Nachhaltigkeit von Anfang an in ihr Geschäftsmodell zu integrieren.

Die Ausweitung des Programms auf Start-ups bringt einen weiteren Vorteil: Denn 20 Jahre Erfahrung haben gezeigt, dass kreative Maßnahmen zum Umweltschutz besonders dort entstehen, wo verschiedene Erfahrungswerte aufeinandertreffen und Knowhow ausgetauscht wird. Nicht zuletzt deshalb entwickelt sich OekoBusiness Wien vom klassischen Beratungsförderungsprogramm immer stärker hin zum Umwelt-Knowhow-Netzwerk.

Neues Modul: Natürlich gut essen

OekoBusiness Wien reagiert mit seinem Angebot auch auf aktuelle Themen, die das Leben von Wienerinnen und Wienern täglich beeinflussen: Mit „Natürlich gut Essen“ wurde aktuell ein neues Qualitätssiegel ins Leben gerufen, das Gästen einen transparenten Überblick hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Speise- und Getränkeangebots bei Wiener WirtInnen verschafft und insbesondere auch das Tierwohl berücksichtigt. Sima: „Wir wollen mit der neuen Initiative zeigen, dass man bewusst und ökologisch genießen kann. Und dass Qualität letztlich allen gut tut – den WirtInnen und den Gästen.“

Die Bilanz im Detail

Seit dem Start der Umweltinitiative für Betriebe 1998 ist es OekoBusiness Wien gelungen jährlich deutliche umweltrelevante Einsparungen zu erreichen: In den vergangenen 20 Jahren wurden 549.000 Tonnen CO2, 151,3 Millionen Transportkilometer, 2,7 Millionen Kubikmeter Trinkwasser, 126 Tonnen Abfall und 1,86 Terawattstunden Energie gespart – Größen die nur in Relation fassbar sind. So hätte man beispielsweise mit dem eingesparten CO2 92.544 Heißluftballone und mit dem Trinkwasser 894 Olympiabecken füllen und mit der eingesparten Energie 69 Prozent der Wiener Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen können. Das Gewicht des eingesparten Abfalls entspricht in etwa 4.232 ULF Straßenbahngarnituren der Wiener Linien.

Darüber hinaus sind es aber vor allem auch die Betriebskosteneinsparungen in der Höhe von 155 Millionen Euro, die verdeutlichen, dass sich betriebliches Engagement für Nachhaltigkeit und Umwelt auch wirtschaftlich rechnet. Die Maßnahmen sind eine Win-Win Situation für teilnehmende Betriebe: Sie tun Gutes für die Umwelt und sparen gleichzeitig Ressourcen und Betriebskosten: „Mittlerweile könnte man mit den Einsparungen bis heute fast 425.000 Jahreskarten der Wiener Linien finanzieren“, betont Sima. Diesen Nutzen auf beiden Seiten hat die Stadt Wien bereits vor 20 Jahren erkannt und mit OekoBusiness Wien ein Rahmenprogramm für Betriebe mit internationaler Vorbildwirkung ins Leben gerufen. Bis heute haben 1.229 Wiener Betriebe erfolgreich an der Initiative teilgenommen und OekoBusiness Wien damit zu einem wesentlichen Baustein für die Sicherung der Lebensqualität der Wienerinnen und Wiener gemacht.

Die Einsparungen der 1.229 OekoBusiness Wien Betriebe in 20 Jahren im Überblick:

  • 155 Mio. Euro Betriebskosteneinsparungen (= 424.658 Jahreskarten der Wiener Linien)
  • 000 t CO2 (= 92.544 gefüllte Heißluftballone)
  • 772.600 m3 Trinkwasser (894 volle Olympiabecken)
  • 1,86 TWh Energie (= ein Jahr Strom für 69 % der Wiener Haushalte)
  • 151,3 Mio. km Transportkilometer (= 3.783-mal um die gesamte Erdkugel)
  • 957 t Abfall (4.232 ULF-Straßenbahngarnituren)
  • 414 t gefährlicher Abfall

RE:WIEN-Projekte im urbanen Raum: endlos fesch & KOCH DOCH

Bei der Präsentation der OekoBusiness Wien Jubiläums-Bilanz waren auch zwei Jungunternehmerinnen, die erfolgreich an RE:WIEN teilgenommen haben: Karin Kurandas „endlos fesch“, ist eine „fashion library”, die der in der Modewelt besonders ausgeprägten Wegwerfgesellschaft trotzen möchte. Barbara Schöllenbergers „KOCH DOCH!“ ist Anbieter nachhaltiger Koch-Events und Caterings, bei denen auch Teambuilding stark im Fokus steht. „Ich bin immer wieder begeistert, wie viel Innovationskraft und Liebe für die gute Sache die Wienerinnen und Wiener aufbringen. Sie alle schaffen Mehrwert für unsere Gesellschaft und die Stadt“, lobt Umweltstadträtin Ulli Sima das Engagement.

Barbara Schöllenberger von „KOCH DOCH!“ zu RE:WIEN: „Wir wollten unser Konzept des ‚community lunch‘ weiter bringen. Wir wollten sehen, wie Nachhaltigkeit und der Gesundheitsgedanke betreffend Essen und gemeinsames Kochen in Unternehmen verwirklichbar sind. Der ‚Anschub‘ dieses Programms hat uns dabei sehr geholfen. Wir haben von der vielfältigen Unterstützung und Beratung profitiert, unser Angebot geschärft und nützliche Kontakte geknüpft, vor allem durch die Einbindung in die Netzwerke von Oekobusiness Wien und Impact HUB Vienna. Nicht zuletzt durch RE:WIEN sind wir sichtbarer geworden und haben zu einem Team zusammengefunden.“

Karin Kuranda von „endlos fesch„: „Wir haben uns beworben, um professionelle Beratung bei der Entwicklung des Geschäftsmodells zu erhalten. Dank der Unterstützung haben wir die ersten vier Pop Up-Aktionen noch während des Programms durchgeführt, um unser Modell zu testen und weiterzuentwickeln. Das Tolle an RE:WIEN ist aber nicht nur die direkte Zusammenarbeit mit OekoBusiness Wien und dem Impact Hub, sondern auch der Austausch mit anderen Startups, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Stadt Wien befassen.“